Die Kammerjungfer klagte

Da im Garten eben eine neue Terrasse angelegt wurde, so waren stets viele Arbeiter versammelt, die einmal in den Ruhestunden miteinander über ihre Geschicke sprachen, als Frau von Saverne in der Nähe auf einer Bank saß. Sie hörte, wie der eine die Gefahren beschrieb, welche er als Gefangener im letzten Kriege unter den Wilden überstanden, und wie er nun für das alles keinen Lohn empfange. Das ergriff sie; sie trat zu dem Manne, drückte ihm ein Goldstück in die Hand und sagte: «Euer gerechter König wird für Euch sorgen, nehmt indessen die Kleinigkeit an!» – Der Mann dankte und sah ihr verwundert nach, und die nächsten Tage fand sie sich von manchen Arbeitern um Geld angesprochen, die alle ihre Taten im Kriege und ihr Unglück berichteten. Sie gab jedem etwas gegen die Erinnerungen ihrer Kammerjungfer, welche alle die Leute Lügner schalt. «Hätten sie auch gelogen», sagte Frau von Saverne, «wozu gab mir der Himmel Vermögen und einen genugsamen Sinn, wenn ich meinen Überfluß nicht verschenken dürfte?» Die Kammerjungfer klagte, daß sie auf diese Art ihr Vermögen verschwenden würde